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15.09.04 19:35 Alter: 16 yrs

B04/ 09.2004 Bericht über die Hilfsaktion 2004

Von: Kay Schlag

Bericht über die Hilfsaktion 2004 (21. Juli bis 13. August)

21. Juli, wir starten voller Vorfreude unsere große Himalaya-Tour über Hamburg, Wien, Delhi nach Patiala Nordindien (32 Stunden !!).

Nach kurzem Ausruhen besuchen wir Dr. Sunil Grover und übernehmen die zuvor abgestimmte Menge an Medikamenten.

Abends folgen wir einer Einladung der Familie Singh; es wird spät.

Doch schon am nächsten Tag geht es weiter nach Manali ca. 300 km und 12 Stunden anstrengende Busfahrt durch das landschaftlich wunderschöne Vorgebirge des Himalayas ( 2.000 m hoch).

Hier bleiben wir einen weiteren Tag um uns zu akklimatisieren und besuchen die von uns geförderte Schule. Geshe Ngawang Tenzin, Sekretär des Klosters Phuktal, empfängt uns.

Es sind Ferien – doch wir erhalten Eindrücke von dem derzeitigen Zustand der Schule, besichtigen den von uns finanzierten Anbau der Sanitäranlagen und erhalten eine Vorstellung über den geplanten Schulneubau (Baubeginn September). Hier hat unser Verein einen Zuschuss zum Start überwiesen.

 

25. Juli, wir fahren weiter nach Keylong diesmal ohne Problem über unseren „Schicksalspass“ Rohtang (4.100 m hoch). Alle sind begeistert über die Landschaft, beobachten besorgt die Straßenverhältnisse, bewundern die Fahrkünste unseres Busfahrers und bedauern die Straßenbauarbeiter, die in Handarbeit uns den Weg ebnen, schnell sind die körperlichen Anstrengungen vergessen.

Am nächsten Tag besuchen wir „unsere“ Schulkinder in dem 40 km entfernten Jispa.

Wir verbringen einen erfreulichen Tag. Die Kinder, Lehrerinnen und Betreuer freuen sich riesig über unseren Besuch, sind aufgeschlossen, übermütig, ja öffnen ohne Zögern den Mund zu einem langen „AAA“ bei den Untersuchungen unserer Doktoren. Sie sind überwiegend gesund. Anregungen, Anweisungen zur Einnahme von Medikamenten werden akribisch von der Leiterin notiert.

Alle Zimmer, Klassenräume und die Küche sind in einem tadellosen Zustand.

Zum Abschluss spricht S. Singh besonders die Zahnpflege an. Bei unserem nächsten Besuch wäre die Anwesenheit einer Fachkraft (Zahnarzt) sehr sinnvoll.

 

27. Juli, Vormittags treffen wir in Jispa Lama Zotpa, das Bürgerkomitee und viele Bürger zu Gesprächen über die erstellten Bauleistungen und die weitere Entwicklung der Schule sowie unsere Möglichkeit der Förderung.

Nachmittags geht es endlich los mit dem Trecking und alle fiebern. Wie wird er werden der „große Marsch“. 150 km zu Fuß ist die Planung in elf Tagen von Darsha bis nach Padum durch das Zanskartal mit Camps zur Versorgung und Betreuung der Bewohner mit medizinischen Mitteln. Augenarzt M. Mitz aus Preetz, Dr. Sunil Grover, Allgemeinarzt aus Patiala, Dr. S. Singh

und wir die Vereinsmitglieder J. Dohrn und Frau, H. Wiese, W. Fröhlich, J. Amelong, K. Schlag und unser freundliche Helfer Mukesh Sharma aus Jaipur.

Gegen Mittag ist alles Gepäck verstaut auf 29 Mulis. 4 Mulitreiber, 4 Mann für Küche und Zeltbau, ein Guide, Lama Zotpa und Tenzin begleiten uns. Auf geht es! Berg an von 3.500m Höhe in Richtung 4.000m, 5.000m.

Doch schon am ersten Tag stellten sich bei Jörg Probleme ein.

Ich mache es kurz.

Ein Tagesmarsch vor dem höchsten Punkt dieser Tour, dem Shingo La mit 5.100 m Höhe mussten wir einen nicht geplanten Ruhetag einlegen. Jörg und nun auch Jürgen geht es ernsthaft schlecht!

Es geht nicht mehr. S. Singh entscheidet: Wir brechen ab und kehren um, runter von der jetzigen Höhe von 4.500m.

Fünf Mulis werden mit Medikamenten beladen und mit Anweisungen zur Verteilung und Anwendung von unseren Doktoren und Lama Zotpa zum Kloster Phuktal geschickt. G.N. Tensin begleitet diesen Trupp.

Wir sind sehr niedergeschlagen, hatten wir doch 2001 den Bewohnern des Zanskartal versprochen wieder zu kommen. Sie waren informiert und nun so kurz vor dem Wiedersehen müssen wir passen.

Der „kleine“ Lama Tenzin wird hoffentlich die richtigen Worte rüberbringen.

 

01. August wir übernachten in Jispa, sprechen erneut mit den Kindern und Betreuern der Schule um uns dann aufzumachen und in Etappen über den zweithöchsten Straßenpass Tanglang La (5.300m hoch) bei Schneetreiben nach Leh zu fahren (Cucko Singh hatte uns einen Bus geschickt aus Manali).

 

Ab dem 03. August verbringen wir die Tage mit Ausflügen.

„Ärgerliche“ Tage und immer wieder denken wir an die Leute im Zanskartal und die Einladung zur Einweihung der Vorschule in Phuktal.

Jörg und Jürgen geht es wieder ganz gut, sind wir jetzt gerade nur auf 3.500m Höhe.

Im Hotel hat es sich herumgesprochen, dass Ärzte da sind und so haben unsere Leute jeden Abend gut zu tun.

 

Dienstag, 10. August fliegen wir von Leh über die schneebedeckten Berge des Himalaya nach Delhi, reisen weiter nach Agra und besichtigen das berühmte Grabmal Taj Mahal und das Rote Fort.

Wir sind erstaunt, wie leicht uns doch jetzt das Treppensteigen fällt.

Am 12. August geht es endlich heim.

Das mit Herrn Kiderlen - Deutsche Botschaft - verabredete Treffen wird Opfer von Delhis rushhour.

 

Zusammenfassung:

„Unsere“ Schule in Jispa läuft sehr erfreulich mit einer ersten und einer zweiten Klasse.

Der Sanitäranbau ist fast fertiggestellt. Weitere bezuschusste Baumaßnahmen ( Fenster, Haustür, Dachzugang, Klärgrube) sind erstellt.

Die Kinder sind überwiegend gesund. Die Zahnpflege könnte verbessert werden.

Anregungen von M. Mitz hierzu sollen in einem Nachgespräch erörtert werden und dann bei einem nächsten Besuch einfließen.

 

Über die Verwendung von Zuschüssen zum Neubau der Schule in Manali und der Vorschule in Phuktal ( lt. Lama Zotpa sind dort zwei Räume gebaut und es werden dort 25 Kinder tagsüber betreut) erhalten wir zum Jahresende jeweils einen Bericht.

 

Die abgebrochene Betreuung der Bewohner im Zanskartal soll 2005 neu angegangen werden; dann von Norden direkt über Delhi - Leh – Kargil - Padum – Phuktal.

 

Auch heute sind wir noch traurig und ein Auge weint, denken wir an die Leute in dem Zanskartal.

 

Aber auch an unsere Vorbereitungen, den riesigen Anstrengungen unterwegs, die Kosten und die Nachwehen ( der Verfasser braucht immer über eine Woche um endlich wieder hiesige Kost essen zu können).

Training am Wurmberg im Harz oder 300 km zu Fuß um Altenholz mögen trotzdem ganz gesund gewesen sein; doch andere Entsagungen vor und auch noch nach der Reise schmerzen ein wenig (z.B. der Verzicht auf eine Tennissaison aus Vorsicht vor Verletzungen).

 

D a n k e

an alle unsere Mitglieder, Sponsoren und Spender für ihren Beitrag ohne den die Zuschüsse und der Kauf von Medikamenten nicht möglich gewesen wären.

Cuckoo Singh für die Betreuung vor Ort, besonders bei dem geänderten Reiseverlauf.

 

Kosten

der Reise tragen wie immer alle Mitfahrenden selbst.

 

Die Bilder folgen in den nächsten Tagen.

 

Kay Schlag