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Children of Himalaya
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01.08.01 09:37 Alter: 19 yrs

B01/ 08.2001 Reisebericht über die 1. Hilfsaktion Sommer 2001

 

Hier finden Sie die die Berichte der einzelnen Etappen der Hilfsaktion, die unter der Leitung von Satinder P. Singh am 15.06.2001 aufgebrochen ist:

Unsere erste Station war Manali, eine Stadt nördlich von Delhi, in einer Höhe von 2400 m mit ca. 200 000 Einwohnern. Wir besuchten dort eine von buddhistischen Mönchen 1997 gegründete Schule, um hier die ca. 160 Schülerinnen und Schüler im Alter von 4 bis 16 Jahren zu behandeln.

Die Kinder,die hier leben, sind Waisen aus den Himalaya-Regionen Ladakh und Zanskar, werden in der Schule mit Nahrung und Kleidung versorgt und erhalten von 10 Lehrerinnen Unterricht in mehreren Fächern.

Problematisch sind aber die hygienischen Verhältnisse, was sich an den gehäuft auftretenden bakteriellen Hautinfektionen zeigt, die behandelt werden mußten

Auffällig viele Kinder litten außerdem an Erkältungskrankheiten. Nach den notwendigen medizinischen Maßnahmen folgte ein aufklärendes Gespräch mit den Lehrerinnen durch Herrn Singh über notwendige Veränderungen bezüglich Hygiene, Ernährung und allgemeine Verhaltensregeln.

 

Danach fand eine Pressekonferenz statt, bei der Herr Singh vor Journalisten der größten indischen Zeitungen Hintergründe und Ziele des Vereins "Children of Himalaya e.V." darlegte. Die Artikel darüber werden morgen im Indian Express und in anderen indischen Zeitungen erscheinen.

 

Bevor wir uns aus Manali verabschieden, werden wir den Kindern kleine Geschenke zur Erinnerung übergeben.

Durch Bekanntmachung des Projektes über Zeitung und Flugblätter fanden sich am nächsten Tag ca. 100 kranke Menschen zur Behandlung in einen eigens dafür zur Verfügung gestellten Raum ein. Diagnostiziert wurden hauptsächlich Infektionskrankheiten, Magen-Darmerkrankungen und Schmerzpatienten. Die kostenfreie Behandlung erfolgte schulmedizinisch, mit Akupunktur, Naturheilmethoden und Physiotherapie. Morgen werden die Behandlungen auf die gleiche Weise über den ganzen Tag hinweg fortgesetzt.

Am nächsten Tag führt uns unser Weg 150 km weiter nach Jispa auf eine Höhe von 3500 m, wofür wir ca. 12 Stunden Fahrtzeit benötigen werden. Dort bieten wir ebenfalls über einen Zeitraum von drei Tagen medizinische Versorgung anund werden mit großer Aufmerksamkeit und herzlicher Dankbarkeit empfangen.

 

Auf dem Gruppenfoto auf der Terrasse eines Guesthouses in Keylong ist ein Teil des Teams gemeinsam mit den wartenden Patienten zu sehen. Von links nach rechts stehen in der hinteren Reihe Christina Schneekloth, Iris Voit-Fuchs, Sunil Grover, Annette Weil. Hinter Christina steht Mr. Thakur, Raja von Lahaul und Spiti, der "Children of Himalya e.V" sehr unterstützt hat. Ohne ihn hätte das Projekt nicht stattfinden können. Hier fanden sich ca. 450 Menschen ein, um sich behandeln zu lassen.

Heute kamen noch mehr Menschen aus den umliegenden Ortschaften , insgesamt waren es ca.700. Ein Foto zeigt Mr. Singh mit einem Baby im Arm. Die Mutter brachte es hierher, weil es keine Nahrung bei sich behielt. Schon einen Tag nach der Akupunkturbehandlung durch Mr. Singh konnte die Mutter erfreut berichten, daß ihr Kind nicht mehr spuckte.

 

Heute barsten die Behandlungsräume aus allen Nähten. Fast 600 Menschen fanden sich bereits am frühen Morgen in dem von Mr. Thakur bereitgestellten Hotel in Jispa ein. Viele Leute mussten im Freien warten, manche bis in die Abendstunden. Etliche wurden sogar von Mr. Singh hier behandelt. Mr. Singh gab außerdem Anweisungen für Körperübungen zur Kräftigung der Rückenmuskulkatur (ebenfalls drinnen und draußen.

Heute fanden sich auch zwei Kinder ein, die Mr. Singh bereits gestern mit Akupunktur behandelt hatte: einen 13-jährigen Jungen, der an Muskelverhärtungen erkrankt war und bisher überhaupt nicht laufen konnte. Er war von seinem Vater getragen gebracht worden. Bereits nach der ersten Nadelung konnte der Junge selbstständig mehrere Schritte gehen. Heute kam er dann bereits auf eigenen Füßen ins Hotel, wo er eine weitere Behandlung erhielt.Diese Ergebnis war für die glücklichen Eltern nach jahrelangen erfolglosen Therapieversuchen wie ein Wunder.

Ähnlich aufsehenerregend war die erfolgreiche Behandlung eines vier-jährigen Mädchens. Dieses Mädchen besaß nicht eimnal Schuhe, weil es bisher nicht laufen konnte. Nach Nadelung und eineinhalbstündiger physiotherapeutischer Behandlung konnte das Kind an Mr. Singhs Hand sogar eine Treppe hochgehen.

 

Am 24.06. starteten wir von Jispa, um dann von Darcha nach Palamo ca. 14 km durch eine fantastische Bergwelt zu unserem ersten Rastplatz in 4100m zu wandern.

Schon diese ersten fünf Stunden boten einen Vorgeschmack auf die Anstrengungen der folgenden Tage. Nach einer kalten Nacht in Zelten brachen wir am nächsten Morgen schon um 6 Uhr zu unserer nächsten Etappe auf.

 

Nach anstrengenden 15 km, für die wir wegen der zu bewältigenden Höhenunterschiede sechs Stunden brauchten, kamen wir bei Regen in Zanskar-Sumdo an. Völlig erschöpft warteten wir dort in 4300m Höhe auf die Ankunft der Sherpa mit Zelten und Ausrüstung.

Von den 500kg mitgebrachten Medikamenten haben wir bei unseren bisherigen Behandlungstagen bereits ca. 200kg verbraucht. Die restlichen 300kg werden von Ponies mit über die Berge getragen.

 

26.06. Nach einer unbequemen Nacht begann die nächste Etappe wiederum am frühen Morgen mit der Überquerung einer schaukelnden Hängebrücke über einen tosenden Fluß,um dann gleich steil bergan weiterzuführen.

Die immer dünner werdende Luft machte sich bei fast allen TeilnehmerInnen durch Atemnot und stetige Verlangsamung des Schritttempos bemerkbar. Nach erschöpfenden 18 km über unwegsame Geröllfelder und schmale rutschige Pfade, neben denen es oft fast senkrecht abfiel, erreichten wir unser drittes Etappenziel Chumik Nakpo auf 4800m Höhe.

Nachdem wir an diesem Tag bei strahlende Sonnenschein und entsprechend großer Hitze gewandert waren, wurde es bereits gegen 17 Uhr empfindlich kühl, da die Sonne hinter den umgebenden zum Teil schneebedeckten Gipfeln verschwunden war. Hinzu kommt, daß die Gebirgsflüsse, an denen unsere Camps immer liegen aus Gletchern gespeist werden und dementsprechend eiskalt sind. Sich ordentlich zu waschen, ist dadurch verständlicherweise nicht möglich. So werden wir uns auch auf dem weiteren Weg mit einem Mindestmaß an Hygiene zufriedengeben müssen.

Dennoch gingen wir heute am 28.06. tapfer weiter und zwar zum schwierigsten Teil unseres Weges. Von 4800m führte er uns über Gletscher und durch Flüsse in 4 Stunden auf das Dach der Welt zum Shingola-Paß auf 5300m Höhe.

Dort wurden wir mit einem großen Begrüßungsplakat der Region Zanskar empfangen, welches Mönche und Sherpa für uns dort aufgestellt hatten. Sie waren eigens dafür mit Ponies aus weit entfernt gelegenen Dörfern bzw. Klöstern gekommen. Da einige aus unserer Mannschaft bereits durch den Sauerstoffmangel und die Anstrengung des Aufstiegs sehr geschwächt waren, nahmen sie gerne das Angebot der Sherpa an, den restlichen Wag auf Ponies zurückzulegen.

Nach weiteren 4 Stunden erreichten wir unser heutiges Camp in Lakhang in 4000m Höhe. Auf unserem Abstieg mußten wir steile Schneefelder hinabschlittern, wobei wir uns nicht nur nasse Füße holten.

Morgen geht es weiter nach Kargiak, wo wir einen ganzen Tag Menschen aus den umliegenden Bergdörfern medizinisch versorgen werden.

 

Wie in unserer letzten e-mail bereits angekündigt, haben wir heute unseren Weg von Lakhang nach Kargiak fortgesetzt.

Auf den 14 km machten uns hauptsächlich Staub und Hitze zu schaffen, wir wurden aber durch die herzliche Begrüßung entschädigt. Die Bewohner der in der Nähe gelegenen Bergdörfer empfingen uns mit Trommeln und Gesang sowie den typischen weißen Begrüßungsschals der buddhistischen Region. Frauen und Kinder reichten uns kleine Blumensträuße und ortstypische Spezialitäten, die vom obersten Lama der Region gesegnet wurden.

Umringt von den uns so herzlich willkommen heißenden Dorfbewohnern hielten Mr.Thakur und der Lama Begrüßungsansprachen (siehe Foto).

 

Diese Szenen und Gesten rührten nicht nur uns , sondern auch einige der Ladakhis zu Tränen.

Unser Camp schlugen wir schließlich ca. 2km weiter am Ufer eines Flusses auf, wo uns morgen die Bewohner der umliegenden Dörfer aufsuchen werden, um sich behandeln zu lassen.

 

 

04.07.:

Das Foto mit den beiden akupunktierten Frauen hat eine kleine dazugehörige Geschichte. Eine Familie aus einem Dorf aus der Umgebung des KLosters Phuktal hatte davon erfahren,daß wir dort einen Tag STation machen und behandeln. So machte sie sich mitten in der Nacht gegen 3 Uhr auf den Weg, verpaßten uns jedoch leider, da wir schon gegen mittag nach Cha aufgebrochen waren, wo unser nächstes Behandlungscamp stattfindet.

Davon unbeeindruckt setzte die Familie den ca. 2 Std. dauernden Weg nach Cha fort, was zeigt, wie dringend die Behandlung für sie sein mußte. Die Gesamtstrecke betrug so ca. 45 km.

Mr. Singh führte sofort eine Akupunkturbehandlung gegen die starken Magenbeschwerden der beiden Frauen sowie des Ehemannes der einen durch.

 

O1.07:

Ankunft in Tetze in 3900m Höhe nach ca. 4stündigem Marsch für eine Strecke von 15 km.

Wie in allen Dörfern zuvor, wurden wir auch hier herzlich in Empfang genommen. Auf dem Dorfplatz unter den Weiden wurde uns der traditionelle Chai, Kekse und ortsübliche Spezialitäten gereicht. Wir waren immer wieder beeindruckt und gerührt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der hiesigen Bevölkerung.

 

Am nächsten Tag (02.07.) kamen ca. 200 Menschen in unser Behandlungszelt. Wie auch schon in Key wurden hier Impfungen gegen Polio und Tetanus durchgeführt.Wieder waren die häufigsten Erkrankungen Ohren-und Augenentzündungen, Magen-Darmbeschwerden und hygienebedingte Hauterkrankungen sowie Wurmbefall.

 

Auffallend war auch, daß die Leute hier sehr schlechte Zähne haben, was bedeutet, daß wir für die Camps der kommenden Jahre hier einen weiteren Schwerpunkt setzten werden.

 

Am 03.07. führte uns unser Weg zum KLoster Phuktal, in dem wir mit einem Teil der mitgebrachten Medikamente eine minimale medizinische Basisstation einrichteten (siehe Foto).

 

Ausführliche Anweisung eines schulmedizinisch vorgebildeten Mönchs stellt sicher, daß die Bevölkerung von hier aus mit einem Grundbedarf im Notfall medizinisch versorgt werden kann.

Ein besonderes Ereignis dieses Tages war der Abschluß eines Vertrages über Bau und Ausstattung eines Krankenhauses zwischen dem "Förderverein Children of Himalaya eV." und dem Kloster Phuktal, der zusätzlich den Bau einer Schule mit fünf Klassen für ca. je 20 Kindern aus den umliegenden Dörfern mitbeinhaltet. Mit den Vorarbeiten wird im kommenden Herbst begonnen, die Grundsteinlegung ist für Mai geplant.

Im Kloster wurden ca. 30 Mönche behandelt. Die Hauptbeschwerden waren Kopf-und Gliederschmerzen. DIe Jüngsten (5-15 Jahre ) wurden wiederum geimpft.